Dinkel

Dinkel, auch “Spelz” oder Spelzweizen genannt gehört zur Weizenfamilie. An seinem hohem Wuchs, die Pflanze wird fast 1,50 m hoch – auf der langen, lockeren zur 2 – zeiligen Ähre ist der Dinkel auf dem Feld leicht zu erkennen. Zur Ernte erkennt man den Dinkel auch an seiner rotbraunen Pflanzenfärbung. Vom Saatweizen unterscheidet er sich vor allem dadurch, dass die Frucht ähnlich wie Hafer oder Gerste von den Spelzen so fest umschlossen wird, dass sie sich auch beim Dreschen nicht lösen. Um das Korn nun zu nutzen ist ein sogenannter Gerb – oder Spelzgang erforderlich, bei dem der festumschließende Spelzenteil entfernt wird. Der Dinkel wird im Oktober/ November in ein gut vorbereitetes Saatbeet gesät. Als Saatgut wird nicht das Korn, sondern es wird in Veesen ausgebracht. Aufgrund der schützenden Spelzen wird auf eine Beizung des Saatgutes (chem. Behandlung gegen Schädlinge) verzichtet. Dinkel ist im Vergleich zu anderen Getreidearten anspruchsloser, winterhärter, robuster und gedeiht im rauhen Klima sowie auch bei schwierigen Bodenverhältnissen. Es hat den Vorteil, dass sich der Dinkel ohne große Düngergaben sehr gut entwickelt. Zudem sind auch gegen Unkräuter nur weige Behandlungen notwendig, da der Dinkel durch seinen hohen Wuchs schon selbst eine sehr gute Unkraut unterdrückende Wirkung besitzt.

Dinkel in der Ernährung

Schon Hildegard von Bingen sagte: “Der Dinkel ist das beste Getreide, er ist warm, fett und kräftig, er ist milder als andere Getreidearten, und er bereitet dem, der ihn ißt, rechtes Fleisch und rechtes Blut, er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen. Und wie auch immer die Menschen ihn essen, sei es in Brot, sei es in anderen Speisen, er ist gut und mild…”

Der Dinkel liefert ein wertvolles eiweißreiches Mehl mit hohem Klebergehalt, das lange Zeit Grundlage für schwäbische Mehlspeisen und Gebäcke war. Spätzle wurden aus Dinkelmehl hergestellt, weil es das Wasser am besten zu binden vermag. Backwaren mit hohem Anteil von Dinkelmehl zeichnen sich durch einen besonders aromatischen Geschmack und gute Frischhaltung aus.

Backen mit Dinkel

Bei Rezepten mit Weizenmehl kann dieses grundsätzlich mit Dinkelmehl ersetzt werden. Beim Backen mit Vollkornmehl sollte etwas mehr Flüssigkeit zugesetzt werden, als bei  der Verwendung von Auszugsmehl (Weißmehl). Mit Dinkelvollkornmehl hergestellter Rühr- und Hefeteig ist im Geschmack aromatischer, nussartig und kräftig.

Zudem bleibt das Gebäck im Ganzen saftig und frisch.

Bei Mürbe-, Strudel- und Biskuitteigen entstehen kaum geschmackliche Unterschiede, zudem ist es ein kalorienarmes ballaststoffreiches Gebäck. Hefeteiggebäcke aus Dinkelvollkornmehl gehen zunächst weniger auf, gewinnen aber kurz nach dem Einschieben in den Backofen kräftig an Volumen.

Auch ein Strudelteig läßt sich hervorragend mit Dinkelmehl herstellen und ist elastisch und unproblematisch beim Verarbeiten. Brotgenießer schätzen besonders eine saftige Krume und eine kräftige kornige Kante.

Dinkelprodukte

Fertige Backwaren – Brote, Brötchen, Gebäck und Zwieback

Aus reinem Dinkelkorn – Mehl, Flocken, Grieß, Reis, Kleie, Nudeln, Paniermehl, Bratlinge

Aus gedarrtem Dinkelkorn – Grünkern

Besonderheiten – 100% Dinkelbier

Außerhalb des Nahrungsbereiches – Kissen aus Dinkelspelzen

Zum Aufwärmen bei Verspannungen – Dinkelkörnerkissen

Landw. Betrieb – Pferdefutter, Rindviehfutter